„Bishkek – Siegen -Bischek“ gefördert von CCP Synergy


Mit Unterstützung des Programms CCP Synergy fanden Arbeitsbesuche statt, die den Beginn der gemeinsamen Arbeit der Organisationen KUNA e. V. und „Our Voice“ markierte. Ziel der Kooperation ist die Entwicklung eines Programms zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für Mädchen und Frauen aus sozial benachteiligten Familien in Kirgisistan.
Projektzeitraum: Juni – Oktober 2025.
Die Delegationen von „Our Voice“ und KUNA e.V. besuchten Organisationen in Bischkek, Siegen und Bonn, um die Methodik der Erwachsenenbildung kennenzulernen, Anwendungsbeispiele zu studieren und Erfahrungen in den Bereichen Bildung und Ökologie zu sammeln.
Während der Treffen diskutierten die Partner die Struktur des zukünftigen Bildungsprogramms, suchten nach potenziellen Kooperationspartnern und entwickelten eine Strategie zur Mittelbeschaffung. Diese Besuche waren wichtige Schritte zur Stärkung der Partnerschaft und schufen eine klare Vision für die weitere Projektentwicklung.
Bishkek – Siegen
Vertreter:innen der Organisation Our Voice aus Bischkek haben unseren Verein in Siegen sowie unsere Partner in Bonn besucht. Ziel des Besuchs war der professionelle Austausch, das Kennenlernen deutscher Bildungs- und Integrationsprojekte sowie die Reflexion über mögliche Anwendbarkeit in Kirgisistan.
Der erste Programmpunkt war der Besuch unseres Projekts SOFI – Soziale Partnerschaft für Integration. Die Gäste lernten die Mitarbeitenden des Vereins kennen und tauschten sich intensiv über Arbeitsmethoden in der sozialen Arbeit aus. Dabei wurden auch kulturelle Aspekte und Bräuche in Kirgisistan thematisiert. Besonders bemerkenswert waren die zahlreichen Gemeinsamkeiten sowie neue Ansätze für die Arbeit mit Frauen und Mädchen, die vorgestellt wurden.






Im Anschluss trafen sich die Vertreter:innen mit VAKS e.V., dem Kooperationspartner von KUNA e.V.. Sie besuchten Mediathek gegen Diskriminierung und die Abteilungen Nachhaltigkeit und Fair Trade und erhielten Einblicke in das Projekt „Mädchen in Not“.






In den folgenden Tagen standen Treffen mit AEF e.V. in Bonn auf dem Programm. Hier ging es um die Erwachsenenbildung in Deutschland sowie um Erfahrungen im internationalen Austausch. Besonders interessant für die Gäste waren die MiA-Kurse des BAMF und das IQ-Projekt, die gezielt der Potenzialförderung dienen.



Daraufhin besuchten die Gäste das Technikmuseum Freudenberg, einen Kooperationspartner von KUNA e.V., und lernten den außerschulischen Bildungsort sowie die dort angebotenen Kurse für Erwachsene kennen. Die Leitung der MINT-Werkstatt, Gudrun Denker, stellte die Angebote detailliert vor. Anschließend standen Bildungsorte für Jugendliche auf dem Programm. Gemeinsam wurde überlegt, wie die gewonnenen Erfahrungen aus den Projekten von KUNA e.V. in Kirgisistan angewendet werden können. Begleitet wurde der Besuch im Technikmuseum von dem Vorstandsmitglied von KUNA e.V., Alena Dubino, die gleichzeitig auch ehrenamtlich künstlerische Workshops für Frauen leitet.









Der Besuch zeigte eindrucksvoll, wie interkultureller Austausch, Bildung und Zusammenarbeit zur Weiterentwicklung sozialer Projekte beitragen können und eröffnete neue Perspektiven für zukünftige Kooperationen zwischen Deutschland und Kirgisistan.
Siegen – Bishkek
Der Gegenbesuch in Kirgistan verlief sehr gut, und die positive Arbeitsstimmung aus Deutschland übertrug sich auch auf die kirgisischen Partner. Dadurch wurde das Programm umfangreicher als erwartet, und das Interesse vieler Organisationen war groß.
Zunächst wurden die Vertreterinnen und Vertreter von KUNA e. V. in die schwierige Geschichte der kirgisischen Unabhängigkeit eingeführt. Der Besuch der historischen Gedenkstätte Ata-Bejit in der Nähe von Bischkek war wichtig, um den Geist der kirgisischen Freiheitsbewegung und die Vielfalt der dortigen NGO-Szene besser zu verstehen. Das Interesse der deutschen Partner an der kirgisischen Geschichte wurde als Zeichen der Wertschätzung wahrgenommen und bildete den gelungenen Auftakt der Reise.








In den folgenden Tagen entwickelte sich der Aufenthalt zu einem regelrechten Besuchs- und Austauschmarathon. Zunächst trafen wir die Mitglieder der Partnerorganisation Our Voice, die über ihre Projekte berichteten – insbesondere über ihre sozialen Projekte mit Mädchen und Frauen. Wir erhielten Einblicke in die Situation von Frauen aus sozial benachteiligten Familien und sammelten viele Informationen in Gesprächen mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern.
Besonders beeindruckte uns der Optimismus der Vereinsmitglieder, die trotz schwieriger Umstände und geringer staatlicher Unterstützung eine positive Haltung bewahren und diese auch ihren Klientinnen vermitteln.



In den darauffolgenden Tagen fanden mehrere Treffen mit Netzwerkpartnern in Bischkek statt. Besonders produktiv waren die Gespräche mit DVV International in Bischkek, der evangelischen Erwachsenenbildungsakademie „Zentrum für Initiativen Suyuu Bulaga“ sowie der sozialen Organisation Isaan – Leilek.Im Mittelpunkt der Gespräche standen Bildungsprogramme für junge Menschen sowie Themen der ökologischen Bildung. Ziel war es, unterschiedliche Ansätze der außerschulischen Bildung kennenzulernen und mögliche Formen der Zusammenarbeit zu identifizieren.
Im Rahmen der Fact-Finding-Mission fand außerdem ein Ausflug in das ökologische Bildungszentrum im Nationalpark Ala-Artscha in der Nähe von Bischkek statt. Dort wurden die verschiedenen Mitmachstationen und Lernangebote besichtigt. Besonders eindrucksvoll war, wie eng in diesem Zentrum kulturelle Traditionen Kirgistans mit Naturerleben und Umweltbildung verknüpft werden. Wir konnten mehrere Beispiele dafür kennenlernen, wie Zusammenhänge zwischen Natur, Kultur und lokaler Identität in die Bildungsprogramme integriert sind. In den anschließenden Diskussionen mit unseren Partnern wurde intensiv erörtert, inwieweit ein solcher ganzheitlicher Ansatz auch in Bildungskonzepten für nachhaltige Entwicklung in Deutschland Anwendung finden könnte. Ein weiterer zentraler Punkt der Gespräche war die Stärkung des Bewusstseins für die kulturelle Identität der Kirgisen. Dieser Aspekt wurde als unverzichtbarer Bestandteil des künftigen gemeinsamen Projektes aufgenommen.
Abschließend lässt sich festhalten, dass die Treffen in Bischkek wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung gemeinsamer Bildungsinitiativen gaben und das gegenseitige Verständnis für kulturelle und ökologische Zusammenhänge deutlich vertieften.






Die Organisationen KUNA e.V. (Deutschland) und „Our Voice“ (Kirgisistan) haben ihren intensiven Austausch im Rahmen des Programms CCP Synergy erfolgreich beendet. Dieser bildet eine solide Grundlage für wirkungsvolle gemeinsame Projekte.
Zentrale Ergebnisse des Besuchs:
Konkreter Aktionsplan: Die gegenseitigen Besuche ermöglichten es, von allgemeinen Ideen zu einem klaren Umsetzungsplan überzugehen.
Bedürfnisanalyse: Durch Interviews und Fokusgruppen mit regionalen Partnern wurden die vorrangigen Bedarfsbereiche klar identifiziert:
- Regionale nachhaltige Entwicklung.
- Programme für Erwachsenenbildung.
- Bildung für Frauen und Jugendliche.









Das KUNA-Team führte wichtige Gespräche mit hochrangigen Vertretern staatlicher und wirtschaftlicher Strukturen der Kirgisischen Republik. Hierbei wurde die hohe Relevanz der geplanten Projekte bestätigt und die Möglichkeit offizieller Unterstützung sowie Integration in nationale Programme eröffnet. Konsultationen fanden unter anderem statt mit:
- Stellvertretenden Ministern für Arbeit, soziale Sicherheit und Migration sowie für Bildung.
- Einem Mitglied des Parlaments der KR.
- Dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer der KR.