Our Location
304 North Cardinal St.
Dorchester Center, MA 02124
Vom 2. bis 4. September 2026 fand an der TU Dortmund die Jahrestagung der DGfE-Kommission Bildung für nachhaltige Entwicklung statt. Unter dem Tagungsmotto „Zeit für Hoffnung“ diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem gesamten deutschsprachigen Raum drei Tage lang aktuelle Fragen der BNE-Forschung.
KUNA e. V. war mit einem eigenen Beitrag vertreten: Dr. Alexandra Pozniak und Natalia Neumann stellten gemeinsam mit Ihar Kudzin im Panel „Partizipation“ das Erasmus+-Projekt SIBINE vor – unter dem Titel „Bildung für nachhaltige Entwicklung als Instrument sozialer Integration“.
Im Zentrum des Vortrags standen erste Auswertungen aus der Projektarbeit von KUNA e. V. und der Hochschule WSKM in Konin (Polen). Anhand von drei Praxisbeispielen – einer Workshopreihe zu Mikroplastik mit Frauen mit Migrationsgeschichte, der kulturellen Bildungsarbeit mit dem Technikmuseum Freudenberg sowie der Arbeit mit migrantischen Communities und lokalen Strukturen – zeigten die Referentinnen ein wiederkehrendes Muster auf: Bildungsprozesse wirken dann integrativ, wenn vorhandenes Wissen der Teilnehmenden anerkannt, gemeinsam ausgehandelt und in gemeinsames Handeln übersetzt wird.
Theoretisch verorteten die Referentinnen diese Beobachtungen im Anschluss an Arnd-Michael Nohls Konzept der „Pädagogik kollektiver Zugehörigkeiten“ sowie an aktuelle Debatten zu transformativer BNE. Zugleich machten sie deutlich, dass BNE nicht automatisch integrativ wirkt, sondern auch belehrend oder moralisierend ausfallen kann – entscheidend sei die konkrete pädagogische Gestaltung.
Der Vortrag stieß auf reges Interesse und führte zu vielen weiterführenden Gesprächen, unter anderem mit Prof. Dr. Jana Costa, Prof. Dr. Marco Rieckmann und Prof.in Dr.in Mandy Singer-Brodowski, die in ihrer Keynote die Bedeutung von Emotionen und Hoffnung in der BNE beleuchtete.
Die Tagung hat die zentrale Ausgangsidee von SIBINE noch einmal bestätigt: Bildung für nachhaltige Entwicklung kann Menschen mit unterschiedlichen Herkunfts- und Lebenserfahrungen zusammenbringen, Teilhabe ermöglichen und kollektive Zugehörigkeit stärken. KUNA e. V. nimmt aus Dortmund wertvolle Impulse für die weitere Arbeit im Projekt mit.