ARISTA

ARISTA – Unsichtbar war gestern ist ein Empowerment- und Bildungsprojekt, das Frauen mit migrationshintergrund in den Mittelpunkt stellt und ihnen Raum gibt, Erfahrungen von Diskriminierung im Alltag sichtbar zu machen und künstlerisch zu verarbeiten. Aufbauend auf dem Ansatz des Art-Storytellings verbindet das Projekt gesellschaftliche Bildung,
persönliche Reflexion und kreatives Arbeiten. In der endgültigen Projektfassung umfasst ARISTA zehn Workshops. Die Teilnehmerinnen
treffen sich über einen längeren Zeitraum im Technikmuseum Freudenberg regelmäßig, um sich schrittweise mit ihren Erfahrungen, mit gesellschaftlichen Bildern von Frauen und mit Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks auseinanderzusetzen. Ziel ist es,
Selbstwirksamkeit zu stärken, Austausch zu ermöglichen und zugleich die Öffentlichkeit für Alltagsdiskriminierung zu sensibilisieren.


Jeder Workshop ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil geht es um inhaltliche und reflexive Arbeit: Gemeinsam sprechen die Teilnehmerinnen über Merkmale und Formen von Diskriminierung von Frauen im Alltag,
über Ausgrenzung, Unsichtbarkeit, Zuschreibungen und stereotype Rollenbilder. Dabei werden auch Geschichten bekannter Frauen und Künstlerinnen einbezogen, die trotz gesellschaftlicher Barrieren ihren eigenen Ausdruck gefunden haben. Dieser Teil dient der Sensibilisierung, dem gemeinsamen Lernen und der Einordnung persönlicher Erfahrungen in größere gesellschaftliche Zusammenhänge. Im zweiten Teil steht die künstlerische Praxis im Mittelpunkt. Die Teilnehmerinnen arbeiten mit Papiermaché und gestalten im Verlauf des Projekts unterschiedliche Marionetten. Diese Figuren sind nicht nur künstlerische Objekte, sondern Ausdrucksträgerinnen persönlicher Geschichten, Gedanken und Gefühle. Auf diese Weise entsteht ein besonderer Zugang zum Kunst-Storytelling: Über Form, Material, Gestik, Symbolik und Inszenierung können die Frauen ihre Perspektiven sichtbar machen und eigene Erfahrungen in eine kreative Sprache übersetzen.
Das Projekt ist damit zugleich inhaltlich und organisatorisch klar strukturiert:

Es umfasst zehn aufeinander aufbauende Workshops, die Bildungsimpulse, moderierten Austausch und künstlerische Arbeit miteinander verbinden. Die Teilnehmerinnen erhalten einen geschützten Raum, in dem sie sich austauschen, voneinander lernen und ihre eigenen Ausdrucksformen entwickeln können. Die Kombination aus Reflexion und kreativem Arbeiten ermöglicht es, schwierige Erfahrungen nicht nur zu benennen, sondern auch zu transformieren und öffentlich sichtbar zu machen. Das Projekt wird im Rahmen der Richtlinie zur Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements von Organisationen von Menschen mit inwanderungsgeschichte durch das Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.
ARISTA zeigt, dass Kunst mehr sein kann als Gestaltung: Sie kann ein Mittel der Selbstermächtigung, des Erinnerns, des Erzählens und des gesellschaftlichen Dialogs sein. So entsteht ein Projekt, das Frauen mit Migrationshintergrund stärkt und zugleich einen wichtigen Beitrag zu Sichtbarkeit, Vielfalt und demokratischer Teilhabe leistet.


„Unsichtbar war gestern“ – Das Projekt ARISTA ist erfolgreich abgeschlossen !

Mit einer bewegenden Abschlussveranstaltung ist das Projekt ARISTA – „Unsichtbar war gestern“ von KUNA e. V. erfolgreich zu Ende gegangen. Im Mittelpunkt des Projekts standen Frauen mit Migrationsgeschichte, ihre Erfahrungen, ihre Stimmen und ihre kreativen Ausdrucksmöglichkeiten. 

In neun aufeinander aufbauenden Workshops beschäftigten sich die Teilnehmerinnen mit Alltagsdiskriminierung, Sichtbarkeit, Würde, innerer Stärke und gegenseitiger Unterstützung. Gespräche, Körper- und Wahrnehmungsübungen, Kunstimpulse sowie die Arbeit mit Gegenständen, Farben und verschiedenen Materialien halfen den Frauen dabei, eigene Gedanken und Erfahrungen auf eine behutsame und kreative Weise auszudrücken. 

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Gestaltung individueller Marionetten. Schritt für Schritt entwickelten die Figuren ihre eigene Form, Geschichte, Haltung und Stimme. Aus diesen persönlichen und symbolischen Geschichten entstand schließlich das Marionettentheaterstück, das im Rahmen der Abschlussveranstaltung aufgeführt wurde. 

Die Aufführung machte sichtbar, was während der gemeinsamen Wochen entstanden war: Mut, Vertrauen, Kreativität, Verbundenheit und die Bereitschaft, die eigene Stimme zu erheben. Jede Marionette trug eine eigene Geschichte und zugleich einen Teil der gemeinsamen Botschaft: Jede Frau hat das Recht, gesehen, gehört und respektiert zu werden. 

Nach der Aufführung wurden die Teilnehmerinnen mit Zertifikaten geehrt. Bei einem gemeinsamen Essen und in vielen persönlichen Gesprächen konnten die Frauen, Gäste und Projektbeteiligten noch einmal auf den gemeinsamen Weg zurückblicken. Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen sowie der anwesenden Gäste und Vertreter*innen beteiligter Institutionen waren sehr positiv und wertschätzend. Besonders hervorgehoben wurden die warme Atmosphäre, die kreative Verbindung von Kunst und Bildungsarbeit sowie die sichtbare Entwicklung der Gruppe. 

Während der Abschlussveranstaltung entstanden zahlreiche schöne Fotos und Videoaufnahmen, die die besondere Stimmung, die Marionetten und die Begegnungen zwischen den Teilnehmerinnen dokumentieren. 

Ein wichtiges nachhaltiges Ergebnis des Projekts ist zudem das neu erarbeitete professionelle Projektportfolio. Es dokumentiert die pädagogische Konzeption, die methodischen Grundlagen, die Dramaturgie der neun Workshops sowie die Abschlussveranstaltung. Damit können die Erfahrungen aus ARISTA für zukünftige Bildungs-, Kultur- und Empowermentprojekte genutzt und weitergegeben werden. 

Das Projekt wurde von KUNA e. V. initiiert und durchgeführt. Das Technikmuseum Freudenberg stellte als Kooperationspartner und kultureller Lernort die Räume für die Workshops und die Abschlussveranstaltung zur Verfügung. 

Wir danken allen Teilnehmerinnen für ihr Vertrauen, ihren Mut, ihre Offenheit und ihre Kreativität. Unser Dank gilt ebenso allen Projektmitwirkenden, Unterstützer*innen und Gästen, die ARISTA begleitet und zu seinem Erfolg beigetragen haben. 

Unsichtbar war gestern. Heute sind die Geschichten, Stimmen und Stärken der Frauen sichtbar.

ARISTA

Unsichtbar war gestern

PROJEKTPORTFOLIO UND METHODISCHE DOKUMENTATION
Neun Werkstätten, künstlerische Prozessbegleitung und Abschlusspräsentation Konzeption und pädagogische Leitung: Prof. Dr. Alexandra Pozniak Künstlerische Begleitung: Gudrun Denker Kooperationspartner und Veranstaltungsort: Technikmuseum Freudenberg Umsetzung: Mai bis Juli 2026 · Freudenberg

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