Digitale Lösungen für Gesellschaft und Klima: Bildungsprogramm in den Grenzregionen.

Der Verein Kuna e.V. veranstaltete eine Bildungsreise in den Norden Deutschlands in das Bundesland Schleswig-Holstein. Besucht wurden die Städte Flensburg (sowie die Region Flensburg), Husum und Schleswig. Im Fokus der Reise stand das Kennenlernen digitaler Möglichkeiten und Lösungen im kommunalen Kontext unter Einbezug der Stadtgesellschaft. Man lernte die Projekte der Stadt Flensburg und des Kreises Schleswig-Flensburg kennen, wie beispielsweise das Projekt „Smarte Grenzregion“. Dabei lag der Schwerpunkt des Gesprächs auf unterschiedlichen Lösungen im Rahmen des Projekts für Bürgerinnen und Bürger, für Organisationen sowie im Bereich der Energie.

Es wurden Initiativen wie „Smarte Bänke“ für die Stadtgesellschaft, intelligente mobile Plattformen zur Erfassung der Parkplatzdichte sowie andere Projekte, wie beispielsweise „digitale Begegnungsorte“, untersucht. Die Teilnehmenden der Bildungsreise, darunter auch Expertinnen und Experten für nachhaltige regionale Entwicklung aus osteuropäischen Ländern und Polen, hatten die Möglichkeit, mit Herrn Martin Zinke, dem Geschäftsführer der Digitalagentur Smarte Grenzregion GmbH, verschiedene Aspekte der Digitalisierung zu besprechen.

Ein Programmpunkt war der Besuch der Universität Flensburg. Dabei lernte man das Projekt der „Smarten Regionen“ zu Begegnungsorten (wie das „Ideenreich“) sowie den „Digital Learning Campus“ kennen, der zahlreiche Workshops für Bürgerinnen, Bürger und Interessierte aus der Stadt Flensburg und der Region anbietet. Die Expertinnen und Experten hatten zudem die Möglichkeit, Einblicke in die Werkstätten des „Digital Learning Campus“ zu gewinnen. Dort machten sie sich mit der technischen Ausstattung der digitalen Labore und Coworking-Spaces vertraut. Die Teilnehmenden lernten die Funktionsprinzipien von Robotersystemen sowie den Umgang mit ihnen kennen und erfuhren, welche Möglichkeiten die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Flensburg haben, diese Werkstätten zu besuchen und für sich zu nutzen. Auch im kulturellen Bereich ist in Schleswig-Holstein viel los: Das Landesmuseum stellt ein Teleskop mit 3D-Realität bereit. Zudem konnte man durch das Teleskop schauen und sehen, wie die Menschen am Schloss vor vielen Jahren gelebt haben, sowie den Erzählungen und Stimmen der Fürstinnen und Fürsten zuhören. Einen interessanten Aspekt der Digitalisierung sahen wir in Schleswig im Wikingermuseum: die digitalen Runen, die auf die echten Runensteine projiziert werden und klar darstellen, wie genau sie früher ausgesehen haben und was sie bedeuten.

Einer der Höhepunkte der Reise war der Besuch der Stadt Sønderborg in der Nähe der dänisch-deutschen Grenze. Die Stadt zeichnet sich dadurch aus, dass sie ein umfassendes Konzept für digitale Energiesparmöglichkeiten erarbeitet und sogar ganze Wohnviertel so eingerichtet hat, dass sie sich komplett eigenständig mit Energie versorgen. Mit der ambitionierten Initiative „ProjectZero“ verfolgt die Gemeinde das wegweisende Ziel, das gesamte Energiesystem der Region bis 2029 vollständig CO₂-neutral zu gestalten. Ein entscheidender Erfolgsfaktor sind dabei moderne digitale Methoden: Durch den flächendeckenden Einsatz von intelligenten Messsystemen (Smart Meters), IoT-Sensoren im Fernwärmenetz und cloudbasierten Energiemanagement-Plattformen wird der Energieverbrauch in Wohngebäuden und Unternehmen in Echtzeit überwacht und optimiert. Diese Digitalisierungsmaßnahmen ermöglichen ein intelligentes Lastmanagement im Stromnetz (Smart Grid), sodass Erzeugung und Verbrauch von grünem Strom perfekt aufeinander abgestimmt werden, um den Ort für immer von der Nutzung fossiler Brennstoffe zu befreien. Während des Besuchs richteten die Teilnehmenden ihr Augenmerk auch auf die einzigartige urbane Landschaft der Region, in der es historisch keine Großmetropolen gibt. Aufgrund der fehlenden Schwerindustrie, des jahrhundertelangen Status als grenznahe „Pufferzone“ zwischen Deutschland und Dänemark sowie kultureller Traditionen der Dezentralisierung bildete sich hier ein Netzwerk aus rein kleinen und mittleren Städten heraus. Heute hat sich diese Dezentralisierung in einen klaren Vorteil verwandelt: Auf Basis kompakter und flexibler Kommunen fällt es der Region deutlich leichter, digitale Labore aufzubauen und grüne Zukunftstechnologien zu etablieren.

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